Fünf Jahre Animal Society: Politik, die Tiere endlich mitdenkt

Vor fünf Jahren haben wir Animal Society gegründet, weil Tiere von politischen Entscheidungen betroffen sind, in der Politik aber kaum eine Stimme haben. In unserem Fünf-Jahres-Bericht zeigen wir, was sich seitdem bewegt hat: eine Bundestierschutzbeauftragte, ein EU-Kommissar mit Tierschutz im Titel und angekündigte EU-Gesetze gegen Käfighaltung und Kükentöten.

Fünf Jahre, zahlreiche Kampagnen, tausende Gespräche mit Politiker*innen: Unser Bericht „Fünf Jahre Animal Society“ fasst zusammen, wofür wir seit 2021 arbeiten und was wir gemeinsam mit euch erreicht haben. Hier stellen wir die wichtigsten Stationen vor.

Warum es uns braucht

Politische Entscheidungen bestimmen das Leben von Millionen Tieren. Doch in den Institutionen, die diese Entscheidungen treffen, sind Tiere kaum vertreten. Diese Lücke zeigte 2021 eine Befragung von rund 20 Menschen aus der Tierrechtsbewegung. Deshalb setzen wir auf politische Vertretung: mit Analyse, Kampagnen, Mobilisierung und konkreten Vorschlägen für neue Institutionen.

Eine Stimme für Tiere in der Bundesregierung

Unsere erste Kampagne forderte ein eigenes Amt für Tierschutz. Mit Petitionen, einem parlamentarischen Abend und einem Empfehlungspapier hatten wir Erfolg: Im Mai 2023 wurde Ariane Kari die erste Bundestierschutzbeauftragte. In ihren ersten zwei Jahren beantwortete sie 1.167 Anfragen, führte über 182 Fachgespräche und hielt 46 Vorträge und Reden.

„Die Tierhalter brauchen mich nicht, sondern die Tiere.“ – Ariane Kari, 2023 im Interview mit Die Zeit

Als das Amt 2025 bedroht war, haben wir mit Partnerorganisationen erneut mobilisiert. Es blieb erhalten, wenn auch mit eingeschränkter Unabhängigkeit.

Tierschutz in der EU-Kommission

Mit der Kampagne #EUforAnimals haben wir gefordert, Tierschutz im Titel eines EU-Kommissionsressorts zu verankern, unter anderem mit über 2.000 E-Mails, 150 Telefonaten und 35 Meetings. Seit September 2024 ist Olivér Várhelyi „Kommissar für Gesundheit und Tierschutz“. Jetzt müssen konkrete Verbesserungen folgen, vor allem bei der angekündigten Reform der EU-Tierschutzgesetze.

Gegen Kükentöten und Käfighaltung

In der EU werden jedes Jahr rund 330 Millionen männliche Küken direkt nach dem Schlupf getötet. Seit 2022 setzen wir uns mit Partnerorganisationen für ein EU-weites Verbot ein: mit einem Bericht an die EU-Kommission, einem Vortrag im EU-Parlament, einer Strafanzeige gegen Brütereien und Recherchen zur Bruderhahnaufzucht in Polen. Die Medienreichweite lag bei rund 140 Millionen.

Mit den Kampagnen „Act for Animals“ und „Öffnet die Käfige“ haben wir zudem gegen die Käfighaltung mobilisiert: mit einem europaweiten Plakatwettbewerb, Protesten in Brüssel, Straßburg und Berlin, Infoständen und insgesamt 48.000 Unterschriften. 25 Europaabgeordnete unterstützten uns offiziell.

Der Druck wirkt: Die EU-Kommission hat Gesetzesvorschläge gegen die Käfighaltung von Hennen und das Kükentöten bis Ende 2026 angekündigt. Wir bleiben dran.

Tierpolitik transparent machen

Mit dem Tierpolitik Monitor, unserem bisher größten Projekt, zeigen wir seit Februar 2025, wer sich im Bundestag für Tiere einsetzt. Er bewertet über 1.800 Aktivitäten von 650 Abgeordneten aus 7 Parteien, von Abstimmungen bis zu Wahlprogrammen. Die Plattform wurde rund 60.000 Mal aufgerufen, und 14 Abgeordnete haben danach eine Reform des Tierschutzgesetzes zugesagt.

Netzwerk DemokraTiere

Mit dem internationalen Netzwerk Animals in Democracy/DemokraTiere verbinden wir seit 2022 Organisationen, Aktivist*innen und Wissenschaftler*innen. Derzeit entstehen dort Richtlinien mit acht Prinzipien dafür, wie Institutionen zur politischen Vertretung von Tieren gestaltet sein sollten. Erarbeitet hat sie eine internationale Task Force auf Basis von über 40 Interviews mit Expert*innen.

Animal Society Logo

Wer wir sind – Animal Society ist eine gemeinnützige Organisation, die sich für die Rechte und Interessen von Tieren einsetzt und Gesellschaft und Politik dazu ermutigt, Tierleid zu beenden. Mit unserer Aufklärungsarbeit und politischen Kampagnen schaffen wir Transparenz, um effektive Tierpolitik zu etablieren. mehr

Die nächsten fünf Jahre

Wir wollen weitere Ämter und Institutionen für Tiere auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene erreichen, den Tierpolitik Monitor ausbauen und die Animals in Democracy Guidelines fertigstellen und verbreiten.